DIE PERSON

HYLE BIOS PSYCHE LOGOS


Beim Gebrauch und bei der Verwendung des Begriffs Personale Medizin fragt man sich unwillkürlich, was denn der Terminus der Person zu bedeuten hat. Einige erläuternde Sätze hierzu können daher nicht schaden.

 

An Personen können vier Dimensionen, Funktionen oder Aspekte beobachtet, beschrieben sowie (in der Medizin) eventuell diagnostiziert und therapiert werden: Materie (Stoff; Hyle), Leben (Bios), Seelisch-Soziales (Psyche) und Geist (Logos). Diese Aspekte kommen beim lebenden Menschen nie separiert vor, und die einzelnen Funktionen dürfen nicht mit ontologischen Zuordnungen oder Substanzen (der Körper, die Seele, der Geist) verwechselt werden.

Personen kann man als belebte Materie sowie beseelte und vergeistigte Biologie begreifen, wobei es ebenso legitim ist, von materialisiertem Geist oder verkörperter Seele zu sprechen. In den letzten Jahren hat sich für diesen Sachverhalt der englische Begriff embodiment (Verkörperung) eingebürgert. Mit ihm wird auf das Faktum angespielt, dass es keinen autark vor sich hin denkenden Geist gibt, sondern dass sich alle kognitiven Prozesse in einem Organismus (nicht nur in einem Gehirn) ereignen und auf diesen angewiesen sind. Vor allem in der Philosophie des französischen Denkers Maurice Merleau-Ponty spielt der Gedanke des verkörperten Geistes eine wesentliche Rolle.

 

Vor allem im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts orientierte sich die Medizin im Zuge der aufkommenden Naturwissenschaften bei ihren Patienten bevorzugt an den Dimensionen Hyle und Bios. Parallel mit der Fokussierung auf den Körper als belebte Materie (Schlagwort l’homme machine) wurden beinahe regelhaft psychosoziale und geistige Aspekte von Patienten ausgeklammert oder zumindest vernachlässigt.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts versuchten die Vertreter einer psychosomatischen Medizin, weder seelenlose Körper noch körperlose Seelen, sondern Hyle, Bios und Psyche ihrer Patienten in der Ätiologie, Diagnose und Therapie von Krankheiten zu berücksichtigen. Neben der Integration biographischer und psychosozialer Faktoren bei der Entstehung, beim Verlauf und bei der Behandlung von Krankheiten formulierten so manche Psychosomatiker wertvolle und innovative anthropologische Beiträge über den Menschen (Schlagwort biopsychosoziales Konzept).

Die Personale Medizin geht nun von einem nochmals erweiterten und komplexeren anthropologischen Konzept als die Psychosomatik aus. Menschen sind (potentiell) stets Personen und als solche neben ihren organismischen Aspekten (Hyle, Bios) immer auch mit psychosozialen sowie mit soziokulturellen Aspekten (Psyche, Logos) versehen. Bei allen Patienten können daher (potentiell) deren emotionale und intellektuelle Bildungsgeschichte, deren Welt- und Lebensanschauung (sense of coherence), ihr zeitliches und räumliches Identitäts-Empfinden, ihr autonomes Denk- und Urteilsvermögen, ihre Fähigkeit zu aufgeklärt-humanistischer Daseins-Gestaltung sowie ihre Fähigkeit zur Verantwortungs-Übernahme für sich, für die Mitmenschen wie auch für Teilaspekte der Kultur als personale Qualitäten erfasst, diagnostiziert und falls nötig gefördert werden.

Ein erster Befund, den man im Umgang mit dem Thema Personalität erheben kann, besteht darin, dass es sich bei ihr nicht um eine fixe und gegebene Größe, sondern um eine variable Möglichkeit handelt. Weite und Umfang der Personalität bei ein und demselben Individuum sind Schwankungen unterworfen. So tragen biographische Entwicklung, situative Einflüsse, lebensgeschichtliche Ereignisse, Sozialisationsbedingungen, Stimmungen oder auch Krankheit und Gesundheit dazu bei, das personale Niveau bei einem jeden Menschen zu erhöhen oder sinken zu lassen.

Sobald wir Menschen (Patienten) als Personen wahrnehmen und behandeln, anerkennen wir sie als Individuen. Nicht das Allgemeine und Generelle, sondern das Spezifische und Besondere eines Menschen steht dabei zur Disposition. Personen sind wie Kunstwerke einzigartig und unverwechselbar; wie an diesen lassen sich an ihnen Stil, Ausdruck, Gestalt, Sujet, Farbigkeit, Rhythmus, Melodie, Harmonie, Proportionen, Lautstärke und Tempus erkennen und unterscheiden. Das individuelle personale Leben gleicht einem künstlerischen Spiel; oftmals liegt es außerhalb der Vernünftigkeit des praktischen Lebens sowie außerhalb der Sphäre von Notdurft und Nutzen.

Personen leben nicht nur in der Gegenwart, sondern in einer Synthese von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Alle drei Modalitäten der Zeitlichkeit bedingen einander: Die Gegenwart erschließt uns Vergangenheit und Zukunft und öffnet Chancen der Veränderung von Welt und eigener Person; die Zukunft lässt uns Gegenwart und Vergangenheit in ihrem Lichte sehen, die Vergangenheit ragt allemal in Gegenwart und Zukunft hinein.

 

Das Niveau der Personalität eines Menschen hängt unter anderem von dessen Umgang mit seiner subjektiven Zeit ab. Menschen mit relativ hohen personalen Niveaus verfügen in der Regel über einen weiten Zeithorizont, wodurch sie in allen Zeitdimensionen stark verankert sind. Als wesentlich erscheint die Aufgabe des Einzelnen, die Dimensionen der Zeitlichkeit (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) bei sich zur Synthese zu bringen und die Momente des Lebens in einen konsistenten Sinnzusammenhang einzustellen.

Person-Sein erwächst im Transzendieren. Dies bedeutet eine Aufforderung zur steten Transzendenz des jeweiligen Status quo. Die Person ist ein Werden und kein Sein, und es entspricht ihrem Wesen, sich im Aufbruch und in der Veränderung entwickeln und verwirklichen zu können. In dieser Hinsicht kann Stillstand bereits Rückschritt bedeuten. Statik statt Dynamik oder Regression statt Progression gelten als Krankheiten auslösende oder Krankheiten anzeigende Faktoren. Sie verhindern fast regelhaft das Wachstum der Person und tragen eventuell sogar zu ihrer Schwächung bei.

 

Personalität ist mit Gefühls- und Wertmächtigkeit assoziiert. – Eine wesentliche Funktion der Person bilden ihre Emotionen. Diese sind ein Gefüge von Akten, durch die Welt und Mensch miteinander verflochten sind. Der Umfang einer Person bemisst sich unter anderem daran, wie viele sie mittels ihrer Emotionalität wahrnimmt und verwirklicht.

Die Person gründet im Wert-Erlebnis. Werte und Gefühle hängen innerlich eng zusammen, was in der Formel Max Schelers (zum Beispiel in Wesen und Formen der Sympathie, 1913) zum Ausdruck kommt, Fühlen sei Werterkennen. Je gefühlsreicher Menschen, umso mehr Werte können sie empfinden und realisieren; je mehr Werte Menschen wahrnehmen, umso lebendigere und differenziertere Gefühle haben sie. Was Nahrung für den Körper und Beziehung für die Seele ist, sind Werte für die Geistigkeit und letztlich für die Personalität eines Menschen. Als Wertkenner und Wertträger gewinnt die menschliche Person ein hohes Maß an Entfaltung.

 

Gefühle sind hauptsächlich dafür verantwortlich, dass Menschen sich in Situationen begeben und sich mit anderen Menschen und der Welt verschränken (Weltbezüge zu Mitmenschen, Sachverhalten, Problemen etc.). Die Person existiert in Situationen und gerät in immer neue Konstellationen, zu denen sie aktiv Stellung bezieht. Immer entscheidet sie sich, wie sie sich selbst und die Welt definieren und behandeln will. Auch Unentschiedenheit ist eine Form von Entscheidung.

 

Weisen Menschen merkliche, lang vorherrschende Einengungen hinsichtlich ihres Wert-Erlebens, ihrer Gefühlsmächtigkeit und der situativen Kompetenzen auf, entwickeln sie Verstimmungen und Affekte, die ihrerseits wieder zu Krankheiten aller Art beitragen können. Vor allem die Veränderungen des vegetativen Nervensystems, das bei Affekten häufig in eine Dysbalance gerät, wirken oftmals wie Einfallstore für krankhafte funktionelle und im Laufe der Zeit auch morphologische Veränderungen des Gesamtorganismus. In gewisser Weise nahm Friedrich Schiller solche Erkenntnisse schon vor Jahrhunderten vorweg, als er schrieb: „Es ist der Geist, der sich den Körper baut.“ 

 

Wollen Ärzte und andere Diagnostiker im Hinblick auf die Ätiologie und Pathogenese von Erkrankungen umfängliche Ursachenforschung betreiben, müssen sie bei ihren Patienten auch deren Wertehierarchie und Emotionalität (Stimmungen, Verstimmungen, Gefühle, Affekte) beurteilen. Wie oft kommt es vor, dass Funktionsstörungen zum Beispiel des Herz-Kreislaufsystems (Bluthochdruck, Herzrasen, Palpitationen) oder des Gastrointestinal-Trakts (Schmerzen, Übelkeit, Durchfall, Verstopfung) Ausdruck von Affekten wie Angst, Ärger, Groll, Neid oder Ressentiment sind – und wie selten wird nach derlei Emotionen und den dazu gehörigen Wertempfindungen im medizinischen Alltag gefahndet!

Wertwahrnehmung, Wertrealisierung, Emotion und organismischer Zustand des Menschen sind eins. Das affektive Ergriffen- und Betroffen-Sein von Emotionen ist ein zutiefst leibliches Geschehen – und andererseits haben die Forschungen zur menschlichen Emotionalität seit den Arbeiten von Charles Darwin und des Anthropologen Paul Ekman gezeigt, wie körperliche Veränderungen (Spannungszustände mimischer Muskulatur oder des Bewegungsapparats) von den Betreffenden stets als veränderter emotionaler und axiologischer (Werte betreffender) Status erlebt werden. 

 

Eine Diagnostik von Wertehierarchien, Emotionen und körperlichen Zuständen setzt Diagnostiker voraus, die selbst einigermaßen wert- und gefühlsmächtig sind und die Entwicklung ihrer eigenen Personalität in dieser Hinsicht ernst nehmen. Das intuitive Erspüren und das bewusste Einordnen von Wertorientierungen sowie situativer und emotionaler Differenziertheit eines Menschen geschieht jeweils von Person zu Person, und nur derjenige, der diesbezüglich bei sich selbst weite Horizonte zu entfalten versucht, kann mit Aussicht auf Erfolg andere einschätzen und beurteilen.

 

Eine anthropologische Kurzformel lautet: Der Mensch ist Materie, die nach ihrer Bedeutung sucht. Diese Formel hat Relevanz für die Entstehung und Aufrechterhaltung von Personalität. Nur derjenige, der an dieser Suche Gefallen findet und sich immer wieder neu aufmacht, Sinn- und Wertvolles zu entdecken oder zu generieren, wird mit einem Zuwachs an Personalität belohnt.

 

Im Dasein werden Menschen oft mit Sinnwidrigkeiten und Absurditäten konfrontiert, die ihre Person wie die Kultur, in der sie leben, massiv in Frage stellen. Hunger, Armut, Ungerechtigkeiten, Krieg, Folter, sexueller und aggressiver Missbrauch, totalitäre und patriarchalische Herrschaft sowie Krankheiten und andere Schicksalsschläge werden in der Regel von Individuen als überaus sinnwidrig erlebt. Angesichts der Dimensionen des Absurden werden bei den meisten von ihnen Empfindungen der Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit ausgelöst.

 

Nun ist aus den Romanen und philosophischen Traktaten Albert Camus‘ ebenso wie aus den wissenschaftlichen Untersuchungen Aaron Antonowskys zur Salutogenese bekannt, dass lang anhaltende Phasen der Absurdität, verknüpft mit Hoffnungslosigkeit, die Menschen seelisch wie körperlich krank machen können. Andererseits bedeuten Hoffnung und der sense of coherence (Fähigkeit, einzelne Ereignisse in einen größeren Zusammenhang einzuordnen) einen hohen Gesundheitsschutz. Unter Letzterem verstand Antonowsky die Potenz eines Individuums, selbst aussichtslos und sinnlos scheinenden Situationen einen Sinn und eine tragende Bedeutung abzugewinnen.

 

Eine personale Medizin darf auch diese Aspekte nicht außer Acht lassen. Angesichts von Krankheit, Leid und Tod empfinden viele Patienten ein Sinnvakuum, das zur Chronifizierung oder Exazerbation von bereits bestehender Krankheit beitragen kann. Ärzte, Psychologen, Therapeuten sollten derartige Sinndefizite wahrnehmen und thematisieren, ohne in den Fehler zu verfallen, billige Scheinlösungen und rasche Hilfen bereitstellen zu wollen. Die Suche nach Sinn und Bedeutung ist zeitraubend und diffizil, und es ist wenig geholfen, Patienten mit Phrasen und Allgemeinplätzen abzuspeisen.

 

Ein Sinnreservoir, das einerseits manch kritischer Überprüfung standhält und andererseits als nur bedingt werthaltig beurteilt werden muss, stellt der objektive und objektivierte Geist dar. Diese Ausdrücke stammen aus den Philosophien von Hegel und Nicolai Hartmann. Ersterer unterschied in Phänomenologie des Geistes(1807) den subjektiven, objektiven und absoluten Geist. Unter objektivem Geist verstand er Sitten, Traditionen, Sprache und Brauchtum, mithin den Zeitgeist einer Gesellschaft; Kunst, Religion und Philosophie zählte er zum absoluten Geist. Hartmann übernahm in seinen Texten von Hegel den Begriff des objektiven Geistes als Bezeichnung für den Zeitgeist; die Schöpfungen und Resultate von Wissenschaft, Kunst und Philosophie benannte er als objektivierten Geist. 

 

Letztere ermöglichen der Person den Umgang mit überpersönlichen Partikeln der Wahrheit, die sich im Laufe von Jahrhunderten bewährt und über Generationen tradiert haben. Die Geistes- und Kulturgeschichte besteht aus einem dauernden Prozess von Neuentdeckung und Kritik angeblicher oder tatsächlicher Wahrheiten, wobei man im Sinne von Sir Karl Popper besser von einer Entwicklung sprechen sollte, bei der größere durch kleinere Irrtümer ersetzt werden. 

 

Individueller und kollektiver Fortschritt bedeutet, sich von tradierten Irrtümern (Denkhemmungen, Vorurteilen, Aberglauben, Wahnsystemen, Fehlmeinungen) zu emanzipieren und für sich wie für die Mitmenschen Wege der Freiheit, Aufklärung und Vernunft zu suchen. Im günstigen Fall führt dies zur Reduktion von Selbstentfremdung beim Einzelnen wie auch bei Sozietäten.

 

Derartige Emanzipationsprozesse gelingen nur innerhalb und in enger Tuchfühlung mit der Kultur. Es gibt keinen Standort außerhalb der Geistesgeschichte, von dem aus emotionale und intellektuelle Qualitäten entwickelt werden könnten, die für eine kritische Auseinandersetzung mit Zeitgeist und Kultur unabdingbar sind. Außerdem verhindern übergroße Privatlogik (Alfred Adler), Ichbezogenheit (Narzissmus) und affektive Voreingenommenheit (zum Beispiel Ressentiment oder Blasiertheit) eine effektive Assimilation von kulturell Wertvollem oder eine nachhaltige Distanzierung von kulturell Fragwürdigem.

 

Person und Personalität – in den Worten Hegels der subjektive und in der Terminologie Hartmanns der personale Geist – entstehen und stabilisieren sich mittels kontinuierlicher Teilhabe am objektiven und objektivierten Geist, wobei Hegel wie Hartmann unter Teilhabe sowohl die Aufnahme als auch die Weitergabe und partielle Neuformulierung des objektiven und objektivierten Geistes verstanden wissen wollten. Ergänzt sei, dass diese Teilhabe erfolgreich nur zwischen den Polen von Hingabe und Revolte, Bejahung und Verneinung erfolgt.

 

Weil der objektive und objektivierte Geist stets ein Gemisch aus Wertvollem und Wertlosem, Sinnhaftem und Sinnwidrigem darstellt, benötigt der Einzelne im Umgang mit Zeitgeist und Kultur ein hohes Maß an Diskriminierungsvermögen. Dieses setzt seelische, soziale und geistig-intellektuelle Qualitäten voraus; unter anderem zählen folgende polare Eigenschaften dazu: 

 

Hingabe an geeignete Lehrer, Erzieher und Mentoren, um die Masse kulturellen Stoffs überhaupt lernen und aufnehmen zu können, versus Selbständigkeit und autonome Urteilskraft, um sich gegebenenfalls von unpassenden oder sinnwidrigen Inhalten distanzieren zu können; Enthusiasmus und Idealismus hinsichtlich des Wertvollen versus Empörung und Revolte in Bezug auf das Wertlose und das Destruktive; Mut, Ausdauer und Geduld, um das als wertvoll Erkannte in die spröde Wirklichkeit einzuarbeiten versus Unduldsamkeit und heiliger Zorn, sobald Wertvolles in Gefahr gerät.

 

Für die personale Medizin bedeuten solche Zusammenhänge ein weites Feld der Diagnostik und Therapie. So genügt es nicht, bei den Patienten deren Krankengeschichte und Biographie in Bezug auf hereditären Status, Disposition und Konstitution, biologische und psychosoziale Risikofaktoren sowie Traumen, Konflikte und Belastungen aller Art zu rekapitulieren. Darüber hinaus soll auch das Kultur- und Bildungsschicksal des Einzelnen im diagnostischen Fokus stehen, da es das jeweilige personale Niveau entscheidend mitbestimmt. 

 

Aus diesen Überlegungen erwachsen der Personalen Medizin auch Aufgaben in Bezug auf Prävention, Prophylaxe und Rehabilitation von Erkrankungen. Nicht wenige Krankheiten entstehen auf dem Boden einer unkritischen Übernahme von Zeitgeist bedingten kollektiven Forderungen und Vorstellungen durch den Einzelnen, beispielsweise hinsichtlich seiner Gestaltung von Arbeit, Freizeit und Privatleben. Der Zuwachs an Burnout- und Depressionspatienten in der westlichen Welt während der letzten Jahrzehnte ist unter anderem diesem Zusammenhang geschuldet.

 

Will man verhindern, dass zukünftig noch mehr Menschen von solchen Erkrankungen betroffen sind, oder will man den schon Erkrankten Möglichkeiten einer umfänglichen Rehabilitation eröffnen, reicht es nicht hin, wohlfeile Ratschläge bezüglich einiger Entspannungstechniken zu erteilen. Die Personale Medizin darf sich vielmehr als eine Heilkunde verstehen, die neben biomedizinischer und psychosozialer Diagnostik und Therapie die Aufklärung und Befreiung des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit (Immanuel Kant) und damit die Fähigkeit des Einzelnen zu Kulturanalyse und Kulturkritik als eines ihrer Ziele ansieht.